Alte Photographien
 
Photographien von Gustav Adolph Riemer - Teil I

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Erläuterungen zu den Photographien

Der Zahlmeister Gustav Adolph Riemer, der im Jahr 1876 mit dem deutschen Kriegsschiff „S.M.S. Hertha“ Mikronesien besuchte, gab nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Selbstverlag ein Foto-Buch zur Reise heraus, mit dem Titel „Tagebuchs-Auszug betreffend die Reise S.M.S. ‚Hertha’ nach Ost-Asien und den Südsee-Inseln 1874 – 1877“. Laut Aufzeichnungen wurde bei J. F. Stiehm, einem deutschen Stereobild-Herausgeber aus Berlin, im Jahr 1877  (zweite Aufl. 1883) eine von Riemer photographierte Marine-Serie von 357 nummerierten Ansichten im Kabinett-Format sowie im Stereoscop-Format/Stereophotos publiziert. Überwiegend handelt es sich dabei um Aufnahmen aus Mikronesien, es sind aber auch sieben Bilder von den Philippinen in dieser Serie inkludiert. Zumindest ein Teil dieser Bilder ist auch beim Verlag von Gustav Liersch & Co., Berlin S.W.48, ebenfalls in Form von Stereophotos erschienen.
Für detailiertere Informationen zur Person von Gustav Adolph Riemer kann auf den Experten Uwe Lüthje verwiesen werden, der zur Person geforscht und u.a. einen Aufsatz in den Dresdner Kartographischen Schrfiten (15 Jahre "Koloniales Bildarchiv", Dresden 2004) publiziert hat.  Ihm sei an dieser Stelle für die Übermittlung des Aufsatzes mit den entsprechenden Daten gedankt. Riemer wurde wurde am 9. Juli 1842 in Saarlouis geboren und verstarb am 4. März 1899 in Dessau. Er war 1859 in die königlich Preussische Marine eingetreten und diente in der Folge auf mehreren Schiffen, so u.a. während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 auf dem Kanonenboot "Meteor" und später auf der „S.M.S. Stosch“, wo er ebenfalls als Zahlmeister diente und Max von Brandt im Mai 1882 zu den Verhandlungen des ersten deutsch-koreanischen Vertrags nach Korea begleitete. Riemer hatte von den Delegierten einige Aufnahmen gemacht und kann daher als erster deutscher Photograph in Korea bezeichnet werden.

Die hier gezeigten Bilder zu Ozeanien bzw. zu einzelnen Inselgruppen Mikronesiens, entstanden auf einer Fahrt der Korvette „S.M.S. Hertha“ nach Ostasien und Ozeanien, welche vom 28. Oktober 1874 bis 27. Juli 1877 unter dem Kommando von Kommandant Kapitän zur See Eduard von Knorr stattfand.
Das Schiff „S.M.S. Hertha“ hatte seine Indienststellung am 1. November 1865. Das Schiff nahm 1866 am preußisch-österreichischen Krieg teil, fuhr 1867 im Mittelmeer mehrere Einsätze, nahm an der Eröffnung des Suezkanals teil (1869) und fuhr von dort nach Singapur (1870), um die Seeräuberei an der chinesischen Küste zu bekämpfen und Japan einen Besuch abzustatten. Danach folgten zahlreiche Einsätze vor der chinesischen und japanischen Küste in den Jahren 1870-1872. Anschließend kehrte es nach Deutschland zurück und diente eine zeitlang als Schulschiff.
Am 28. Oktober 1874 startete die „S.M.S. Hertha“ zu einer Weltumseglung, die das Schiff wieder nach Ostasien brachte. Von Yokohama aus wurden im März 1876 die Palau-Inseln, die Marianen Inseln und die Karolinen besucht, um deren von den Spaniern zugesicherte Zugänglichkeit für den Handel zu überprüfen. Der Zahlmeister Gustav Adolph Riemer machte dabei in Mikronesien zahlreiche photographische Aufnahmen von hohem ethnographischen Wert. Die mikronesischen Inseln standen damals noch nicht unter formeller deutscher Kolonialverwaltung.
Unter Kommando von Kapitän zur See Eduard von Knorr wurden auf Weisung des Reichskanzlers gemeinsam mit den kaiserlichen Konsuln Meistbegünstigungsverträge mit den Samoa- und Tonga-Inseln abgeschlossen. Zu diesem Zweck traf die Hertha Anfang Oktober 1876 in Apia ein. Zusammen mit Konsul Theodor Weber wurde mit den beiden sich bekämpfenden einheimischen Parteien in Samoa Verhandlungen geführt. Ein Aufenthalt in Nuku’alofa, Tonga-Inseln, führte zum Abschluss eines Handelsvertrages sowie einer Abmachung zur Einrichtung einer Kohlestation für Kriegsschiffe auf Taulanga am 1. November 1876 (ratifiziert am 31. Oktober 1877) Nach Rückkehr nach Apia um den 10. Dezember 1876 wurden die dortigen Verhandlungen weitergeführt. Bei einem Aufenthalt in Auckland am 24. Dezember 1876 erhielt das Schiff seinen Heimreisebefehl. Ein nochmaliger Zwischenhalt in Apia erbrachte schließlich eine Vereinbarung mit den samoanischen Konfliktparteien, die Siedlungsgebiete der Ausländer bei Kämpfen zu schonen. Über Auckland, Australien und den Suez-Kanal traf die Hertha am 27. Juli 1877 in Kiel ein. Anschließend war das Schiff im Mittelmeer im Einsatz sowie als Seekadettenschiff in Verwendung sowie als Teilnehmer an der Weltausstellung im australischen Melbourne 1881.

Photographien von
Gustav Adolph Riemer - Teil II

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